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Das Außenatelier: Wo Kreativität keine Grenzen kennt

Kindergarten Farbenklecks, Erfurt

Inspiriert von der Reggio-Pädagogik möchte das Team des Kindergartens „Farbenklecks“ den Kindern kein fertiges Wissen vermitteln, sondern ihnen die Chance bieten, durch eigenes Tun „das Lernen zu lernen“. Um das kreative Lernen im Außenbereich aktiv zu fördern, haben sie ein Außenatelier eingerichtet.  

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Melanie Ernst, Stellv. Leiterin: Wir wollten den Kindern im Außenbereich nicht nur die Möglichkeiten geben, sich körperlich zu betätigen, also nicht nur hier zu klettern und vielleicht ein bisschen mit Sand Erfahrungen zu machen, sondern wir wollten ihnen mehr Lernangebote bieten. Deswegen haben wir die Bibliothek mit nach draußen geholt. Auch der Baubereich hat sich draußen verankert. Das Atelier gehört natürlich auch ganz klar mit nach draußen, um die Natur und die verschiedenen Lerngegebenheiten zu verbinden. Das Atelier im Außenbereich ist für die Kinder enorm wichtig. Sie können ihrer Kreativität hier freien Lauf lassen, sie können Ihren Wunsch nach Bewegungen freien Lauf lassen, sie können hier taktile Erfahrungen noch mal machen. Sie können sich hier ganz anders kreativ entfalten, als im Gegensatz zum Innenbereich. Sie nutzen ganz vielfältig die Gegebenheiten des Außenbereichs, nehmen sich Materialien mit dazu, die wir innen nicht haben.

Jonas Stöbe, Erzieher: Das Außenatelier ist der Rückzugsort für die Kinder, die besonders kreative Sachen machen wollen. Wir malen, basteln logischerweise, aber wir machen auch viel einfach mit Legen, mit Sammeln, alles, was die Natur betrifft. Die Selbstständigkeit der Kinder wird im Außenatelier durch die Produkte unterstützt, weil die Kinder von sich aus an die Schränke können, die offenen Materialkästen sehen und sie sofort losarbeiten können. Also die müssen nicht fragen: „Kannst du mir mal helfen, die und die Kiste umzugraben oder hier hochzuheben? Die Kinder können direkt die Materialkästen dann aus dem Materialschrank nehmen, können die Materialkästen an die Staffelei anbringen und dann können die direkt mit den Materialien arbeiten. Und wenn die dann dadurch vielleicht neue Ideen gesammelt haben, können die natürlich direkt von der Staffelei dann an den Kreativtisch gehen und da weiter arbeiten mit dem Material aus den Materialkästen. Die können natürlich auch mit dem Materialwagen das sofort wieder sammeln.

M.E.: Die Kinder kommen oftmals und haben eine ganz klare Vorstellung, eine ganz klare Idee, was sie schaffen möchten, was sie tun möchten, mit welchem Ergebnis sie nach Hause gehen wollen. Es gibt aber auch Kinder, die relativ neu sind im Atelier und die brauchen Impulse von uns. Dann werden kleine Angebote geschaffen. Wir versuchen erst mal zu verstehen, was sie haben möchten, dass wir das Bild ungefähr nachvollziehen können, was sie in ihren Köpfen fest verankert haben und suchen dann gemeinsam eine Lösung, wie man das umsetzen kann. Wir haben im Außenatelier beispielsweise verschiedene Gräser und Materialien und ich habe gemerkt, dass die Kinder Interesse an den Gräsern auch haben, und wir haben noch nie damit gemalt. Wir kennen das klassische Malen mit dem Pinsel und ich habe einfach den Impuls gegeben, einfach anderes Material zum Malen zu verwenden. Wir haben zum Beispiel hier auch große Nadelbäume, wir haben lange Nadelstücken. Auch diese haben wir mit verschiedenen Kindern zusammen versucht, zu einem Pinsel zu binden und diese Materialien zu verwenden. Bei der Staffelei explizit haben wir gemerkt, dass die Kinder viel mehr miteinander arbeiten. Sie unterstützen sich mit dem Material, sie helfen sich gegenseitig aus, sie geben sich Tipps und sind ganz nah miteinander verbunden, ohne sich gegenseitig zu beengen.

J.S.: Kreativität im Kleinkindalter ist sehr wichtig, weil die Kinder besonders da die Welt einfach mit viel offeneren Augen sehen noch. Das schwindet im Alter dann immer mehr, dass man Kinder, sage ich mal, mit was catchen kann. Und da die Kreativität zu fördern, das fördert jeden Bildungsbereich. Und ja, das ist einfach super wichtig, da immer weiter dran zu bleiben, weil das, was sie auch im Kleinkindalter an kreativen Eindrücken sammeln, das können sie später auch als Ideen mit ins Leben nehmen.

M.E.: Ich würde allen Kitas empfehlen, das Mutigsein. Geht einen Schritt nach draußen, fangt an mit kleinsten Materialien, mit Papier, mit Pinsel, mit Farbe und geht nach draußen. Wagt euch nach draußen und dann holt Stück für Stück das Atelier nach draußen. Die Kinder werden es euch danken und sie werden es einfach lieben.

Vielen Dank an die Kinder und pädagogischen Fachkräfte des Kindergarten „Farbenklecks“ Erfurt!

Themen
Reggio, Kunst und Gestalten, Draußenspiel
Thematik
Außenbereich