Raumgestaltung

Kinder beteiligen sich an der Gestaltung ihrer Kita

Von Kindern und der Natur lernen

Im Interview mit Community Playthings spricht die Sozialpädagogin und Organisationsentwicklerin Jutta Philipson-Eichert (kibiko.org) darüber, was wir bei der Gestaltung von Räumen in Kitas von der Natur lernen können und wie flexible Möbelsysteme dabei helfen, Kinder mitbestimmen zu lassen.

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Lassen Sie sich inspirieren!

4 Kinder die konzentriert spielen

Raum fürs Parallelspiel

Wer hat's noch nie gesehen: Zwei oder drei Kinder (oder sogar ein Kind alleine) sind jeweils so in ihre eigene Welt versunken, dass sie überhaupt nicht bemerken, was um sie herum passiert? Ich finde es schon schwer, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren, wenn andere sich in meiner Nähe unterhalten, aber Kinder scheinen dieses Problem überhaupt nicht zu kennen. Vielleicht haben sie diese Fähigkeit des Abschaltens, damit sie sich konzentrieren, nachdenken und lernen können.

Ob drinnen oder draußen, die Umgebung sollte es zulassen, dass sich das Spiel der Kinder frei entfaltet. Aktivitätsbereiche müssen groß genug sein, dass Gruppen oder einzelne Kinder friedlich nebeneinander spielen können. Wenn die Bereiche voneinander abgegrenzt sind, können Durchgangsverkehr und Störungen weitgehend vermieden werden.

Mehr Ideen zur Gestaltung von Räumen zum Spielen und Lernen gibt's in unserem neuen kostenlosen Themenheft Räume.

Children appreciate beauty

Sinn für Schönes

Obwohl sie es selten in Worte fassen: Kinder haben einen Sinn für Schönes. Wenn sie einen schönen Ort betreten, meint man oft, ein Aufatmen zu hören. Warum uns nicht mal in der eigenen Einrichtung umschauen, auf Augenhöhe der Kinder gehen und ein paar Fragen stellen: Hilft mir dieser Raum, ruhig zu werden? Kann ich mich hier entspannen und auf mein Spiel konzentrieren?

Und was ist mit den Eltern? Auch da muss man einen Schritt zurücktreten und versuchen, die Einrichtung mit ihren Augen zu sehen. Vermittelt die Ausstattung, dass die Familie und die Herkunft des Kindes hier Wertschätzung erfahren? Bei der Vermittlung dieser Botschaft spielen viele Komponenten zusammen: Natürliches Licht und gemütliche Lampen, gewobene Wandbehänge, Möbel aus echtem Holz, Stoffe, die harte Übergänge abrunden, frische Blumen, eine Schüssel mit Obst, Weidenkörbe, echte, lebende Pflanzen, Windspiele... Bestimmt kann jeder diese Liste endlos fortsetzen!

Vielleicht kann bei der nächsten Teamsitzung mal diskutiert werden, wie die ästhetische Ausstrahlung der Einrichtung noch weiter gestärkt werden kann. Kinder und ihre Eltern werden davon profitieren, aber auch das Team, das so viele Stunden in der Einrichtung verbringt. Der erste Schritt könnte sein, zu entscheiden, was weg muss. Ausmisten ist ein wesentlicher Teil des Ganzen!

Home away from home

Der Zuhauseeffekt

Was fühlen Kinder, wenn sie einen Kindergarten das erste Mal betreten? Wenn sie (und ihre Eltern) sich willkommen fühlen sollen, dann sollte es sich so „zu Hause” anfühlen wie möglich. Die Ausstattung sollte geschmackvoll sein – wer stattet sein Zuhause mit quietschbunten Plastikmöbeln aus? Es ist gut, sich zu überlegen, wie die Räume eine friedvolle, ruhige Atmosphäre bekommen können. Natürliche Materialien wie massives Holz sind hilfreich, auch andere Dinge, die man von draußen mitbringt. Mit Stoffen lassen sich wunderbare Stimmungen schaffen.

Jeder Aktivitätsbereich kann seinen eigenen Charakter haben. Wie wäre es mit einem ruhigen, pastellfarbenen Stoff für die Leseecke und einem kräftigen Ethno-Print für die Rollenspielecke? Räume kinderfreundlich zu gestalten erfordert Fantasie und Teamwork. Und es macht eine Menge Spaß! Wenn alles fertig ist, setzt man sich auf den Boden und schaut sich alles aus der Augenhöhe der Kinder an: Ist es wirklich einladend? Wenn ich ein Kind wäre, sollte mich dieser Raum ansprechen und mir sagen: „Hier bist du zu Hause!“

P.S. Unser kostenloses, englischsprachiges Themenheft „Spaces” gibt viele Hinweise, wie man Räume kinderfreundlich gestalten kann: www.communityplaythings.de/spaces

Construction corner

Kindliches Verhalten und Raumgestaltung

Seit jeher haben Menschen, die sich um Kinder gekümmert haben, um die Wichtigkeit des Umfeldes gewußt, in dem ein Kind spielt und lernt. Schon im 19. Jahrhundert hat der Pädagoge Friedrich Fröbel die Bedeutung der Umwelt betont, in der ein Kind aufwächst: Garten, Natur, Erleben des Wechsels der Jahreszeiten usw. Er behauptete, dass eine liebevoll gestaltete Umgebung einen positiven Einfluss auf das Verhalten von Kindern habe. Auch ein ganz einfacher Raum kann auf diese Weise zu einem geschützten Ort werden, an dem Spiel und Lernen natürlich stattfinden.

Wie viel Platz gibt es in einem Gruppenraum und wie sind Spielbereiche und Raumteiler angeordnet? Kinder reagieren sensibel auf den Raum, in dem sie sich befinden. Wenn es wenig Platz gibt, kann sich das positiv auf Konzentration und Zusammenarbeit auswirken, es kann aber auch zu Frustration und Aggression führen. Wenn alles Unnötige entfernt wird, steht ein Maximum an Raum zur Verfügung. Aber auch zu viel Platz kann Schwierigkeiten machen: Kinder sind hier oft unruhig und unkonzentriert und haben wenig echten Kontakt mit ihren Spielgefährten. Ideal ist es, wenn mit flexiblen Möbeln und Paneelen Raumteiler erstellt werden können, so dass genau nach Bedarf kleine Bereiche entstehen, in denen konzentriertes Spiel und intensive Sozialkontakte stattfinden können.

Sind die Kinder in ihr Spiel versunken oder driften sie ziellos durch die Räume? Das hängt oft zu einem guten Teil mit der Raumgestaltung zusammen. Wer daran denkt, einen Gruppenraum oder eine Kita neu einzurichten, muss sich auch mit der Frage der Raumgestaltung auseinandersetzen. Deshalb bieten wir kostenlose Raumplanung an. Mit flexiblen Raumkonzepten können auf die jeweilige Situation angepasste Spiel- und Lernumgebungen geschaffen werden, die positives, involviertes Verhalten fördern.

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