Pädagogische Ansätze

Zwei Kinder bauen mit Hohlbausteinen, Getränkekästen und Rohrstücken

Lernen mit Hand und Herz

Wo können Kinder ihre eigenen Spiele entwickeln? Spiele, die für sie bedeutungsvoll sind, in denen sie ausdrücken, was ihnen am Herzen liegt und in denen sie ihre Bedürfnisse ausleben? Zum Beispiel das Bedürfnis, sich zu bewegen, Dinge auszuprobieren, Risiken einzugehen oder sich zurückzuziehen und einfach alleine etwas genau zu untersuchen?
Die beiden Pädagogen Miedzinski und Fischer haben sich nicht nur damit beschäftigt, wie wichtig Bewegung für Kinder ist, sondern auch, wie wichtig es ist, dass sie offene Materialien und Räme zur Verfügung haben – Dinge, die nicht vorschreiben, was mit ihnen gespielt oder gemacht werden soll:

„[Es] sind Räume notwendig, die zweckentfremdet werden können, Material zur Umgestaltung enthalten; Räume in denen Kinder ihre Spuren hinterlassen, sich der Dinge bemächtigen und selbsttätig werden können. Fantasie, Neugier und Kreativität bleiben nur dann erhalten, wenn die Kinder die Räume nach ihrem Muster entdecken und erkunden und ihnen einen neuen Sinn, unabhängig von den bisherigen Funktionszuschreibungen, geben können.“

Was Miedzinski und Fischer über die „Bewegungsbaustelle“ schreiben, ist ein Aufruf zu einem fröhlichen Abenteuer. Vielleicht müssen sich nicht nur Kinder ihre Umwelt neu aneignen, sondern auch wir Erwachsene?

Hier klicken, um den ganzen Artikel über die Bewegungsbaustelle zu lesen.

A child playing with blocks and pinecones

Keine graue Theorie

Spielzeug und Krimskrams füllen die Regale und liegen über den Boden verstreut. Mia (4) und Roger (3) reißen sich gegenseitig Dinge aus den Händen und streiten sich. Plötzlich hält Mia eine Schachtel mit Muscheln in den Händen, Relikt eines lange zurückliegenden Ausflugs ans Meer. Frieden kehrt ein, als Roger und sie anfangen, einen Stuhl mit Muscheln zu dekorieren. Nachdem alle Muscheln aufgebraucht sind, geht es mit Tannenzapfen weiter. Warum auch weiterstreiten: Gehört die Natur mit all ihren spannenden Dingen nicht uns allen? 

Die Natur bietet einen großen Schatz loser Teile, die verblüffend einfach sind und gleichzeitig Kindern helfen, sich als selbstwirksam wahrzunehmen. Obwohl Pädagogen immer gewusst haben, was für ein hoher Spielwert in Naturmaterialen liegt, belegen auch neuere Studien das große Lernpotential. Artikel lesen.
The child as a flower

Das Kind als eine Blume

Je mehr ich mich in Fröbels Ideen vertiefe, desto mehr lerne ich sie schätzen. In mir wecken sie außerdem den unwiderstehlichen Wunsch, sie mit anderen zu teilen. Besonders liebe ich Fröbels Vergleich des Kindes mit einer Blume: verletzlich, aber mit einem starken Willen zu wachsen und zu gedeihen. Löwenzahn ist eine meiner Lieblingsblumen – so leuchtend und doch so zäh und stur. Man sieht sie unter ungünstigsten Bedingungen blühen: in der Kälte des Winters ebenso wie in unseren städtischen Betonwüsten. Genau wie Kinder.

Fröbels Vergleich bringt mir noch einen anderen Gedanken in den Sinn: Man kann ein Gänseblümchen nicht zwingen, zur Rose zu werden, ganz egal, wie viel man es düngt. Lasst uns also die Gänseblümchen so genießen, wie sie sind  – und jedes Kind zu unterstützen, damit es sich auf seine eigene, einzigartige Weise entwickeln kann.
Junge mit Fantasie-Taschenlampe

Die Taschenlampe

Kinder sollen nicht bewahrt und belehrt werden, sondern glücklich sollen sie im Sonnenlicht wachsen, erstarken und sich entwickeln, entfalten sollen sie sich wie die Blume unter der sorgenden Hand des kundigen Gärtners.
(Friedrich Fröbels Definition für den Auftrag der Kindergärten)

Oft mache ich einen Spaziergang mit einer Gruppe Vierjähriger. Wenn ich gut genug zuhöre, komme ich immer wieder ins Staunen, denn dann kann ich für kurze Augenblicke die Welt durch die Augen der Kinder sehen. Die noch am Baum hängenden grünen Kiefernzapfen sind Würstchen – aber noch nicht reif. (Ach, da kommen die her!) Brennnesseln sind nur da, um die Tapferkeit zu prüfen. Andere Pflanzen können alles Mögliche werden.

David wirft einen verwelkten Löwenzahn über seine Schulter: „Das war meine Taschenlampe. Aber jetzt ist die Batterie leer.“

Ich denke daran, was Einstein gesagt hat: „Die Fantasie ist wichtiger als das Wissen. Wissen ist beschränkt, Fantasie umspannt die Welt.“

Stöbern Sie in unseren Lernmaterialen oder suchen Sie gezielt nach einer bestimmten Ressource

Nach Thema oder Typ filtern