Mein Freund der Baum

Mein Freund der Baum

Als Kind bin ich nicht einfach auf Bäume geklettert – ich habe auf ihnen gelebt. Da gab es eine große Buche, auf die ich mit meinen Freunden geklettert bin, um zusammen zu spielen und zu träumen. Einen großen Ahorn nannten wir Sturmkönig – er hatte einen besonderen Ast, auf dem man es sich mit einem Buch richtig bequem machen konnte. Die einsame Kiefer war groß und schlank. In ihrem Wipfel konnte man von niemandem gesehen werden, selbst aber hatte man einen grandiosen Ausblick. Der ganze Baum schwang sanft im Wind hin und her. Dort war ich allein mit dem Himmel und den Vögeln. Das war mein Lieblingsplatz, wenn ich ungestört sein wollte oder es ein Problem gab, über das ich nachdenken musste.

Meine älteren Brüder hatten sich in einer alten Eiche ein Baumhaus gebaut, und als sie älter wurden, erbte ich es zusammen mit einem anderen Mädchen. Wir hingen Stoffstücke vor die Fenster, nagelten alte Kalenderbilder an die Wände und organisierten etwas zum Essen – wir fühlten uns wie Königinnen!

Meine Eltern duldeten nie, dass wir vor anderen Kindern mit unserer Kletterei prahlten oder auf den Bäumen Faxen machten – sie wussten, dass Kinder leichtsinnig werden, wenn sie untereinander angeben. Aber im Großen und Ganzen unterstützten sie unsere Abenteuer. Mit meinen Kindern habe ich es auch so gemacht. Ich stimme Henrik Ibsen bei seiner Behauptung zu: „Das Leben ist ein Risiko. Mehr Leben bedeutet mehr Risiko.“

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