Wenn Kinder Bausteine sprechen lassen

Maypole from blocks

Zu Pfingsten hat unser Dorf wie jedes Jahr den Maibaum gesetzt. Am nächsten Tag hat die Erzieherin meines fünfjährigen Nachbarkindes vorgeschlagen, dass Jonas den Maibaum malt. Er hatte aber wenig Lust dazu und hat ganz schnell mit Wachsmalstiften  einen Stock mit dünnen Streifen hin gekritzelt, die wohl die bunten Bänder sein sollten.

Jonas hatte nämlich etwas Besseres vor. Er ist am liebsten in der Bauecke.  Ohne dass ein Erwachsener sich einmischte, arbeiteten Jonas und Philip fast eine Stunde lang zusammen und erlebten das Maibaumsetzen von Neuem.

Als sein Vater kam, um Jonas abzuholen, hat ihm der kleine Kerl jedes Detail genau erklärt: Von den Bändern, die auf halber Höhe angebracht sind, bis zu den Leuten, die auf den Bänken um den Maibaum herum sitzen. Jonas zeigte: „Schau, Papa! Es sind nur drei Leutchen, weil du an dem Tag weg warst.“

An diesem Tag bemerkte die Erzieherin, dass Jonas sich viel besser durch Bauen als durch Zeichnen ausdrücken kann. Er hat eine unglaubliche Ausdauer, Konzentration und Sorgfalt, wenn er motiviert ist. Sie erfuhr auch, dass Jonas schon gut mit Zahlen umgeht. Er weiß z.B.,  dass seine Familie aus vier Personen besteht, und wenn einer fehlt, dann bleiben nur drei übrig. Außerdem war die Erzieherin direkt dabei und konnte seine Kreativität, Fantasie und Zusammenarbeit mit Philip und vor allem seine Freude erleben.

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